23. September 2026 · 1 Min. Lesezeit
Ohne Vektoren skaliert kein Logo
Dass ein Zeichen auf einer Visitenkarte und auf einem Schild gleich wirkt, ist eine Entscheidung, die beim Dateiformat beginnt.

Die Logo-Lieferung endet oft mit einem PNG, und das Problem zeigt sich Monate später: Der Schilderbauer will Vektoren, die Druckerei fragt nach Pantone, das Webteam braucht einen transparenten Hintergrund. Dasselbe Zeichen braucht in verschiedenen Medien verschiedene Dateien, und dieser Bedarf ist Teil des Designs.
Vektor heißt, das Zeichen ist durch Kurven definiert; beim Vergrößern geht keine Auflösung verloren. Die Masterdatei ist deshalb immer ein Vektor (.ai oder .svg), und die Rasterausgaben werden daraus abgeleitet. Umgekehrt geht es nicht: Ein PNG in einen Vektor umzuwandeln heißt, es neu zu zeichnen.
Skalierung heißt nicht nur, größer zu werden. Für die meisten Logos ist die Lesbarkeit in kleinen Größen der eigentliche Test: ein Favicon mit 16 Pixeln, ein App-Icon auf dem Smartphone, ein Aufdruck auf dem Schaft eines Kugelschreibers. Dünne Linien laufen zu, Punzen füllen sich. Deshalb nennen Handbücher eine Mindestgröße, und für kleine Anwendungen wird eine vereinfachte Version vorbereitet.
Auch Farbe hat drei getrennte Welten: RGB für Bildschirme, CMYK für den Druck, Pantone für Sonderfarben. Wer akzeptiert, dass sie sich nicht eins zu eins umrechnen lassen, und für jede Welt Werte festlegt, kommt der Frage zuvor, warum „unser Blau“ anders herauskam.
Das minimale Lieferpaket sieht so aus: die Vektor-Masterdatei, transparente PNGs, einfarbige Versionen (Schwarz und Weiß), Farbwerte und eine Mindestgröße. In einem Handbuch zusammengefasst, lässt sich die Marke dann auch ohne ihren Designer im Raum richtig einsetzen.
